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Urbäng! in Köln

Urbäng! in Köln

Wer Urbäng! hört, denkt vermutlich sofort an den Urknall und die Entstehung des Universums. Doch Urbäng! in Köln setzt sich mit der urbanen Gesellschaft auseinander und rückt diese ins Rampenlicht. Hinterfragt werden bei den Performances Ästhetik, Toleranz und die Fähigkeit, Gemeinschaften zu bilden. Veranstaltet von der FREIHANDELSZONE stehen jedes Jahr außergewöhnliche Veranstaltungen, Konzerte, Begegnungen und Diskussionsrunden im Zentrum der Veranstaltung. Das Publikum darf bei den Performances mitmachen, denn der kommunikative Austausch stehen im Mittelpunkt beim Festival für Performative Künste in Köln.

2019 gaben vier gehörlose Künstler unter dem Motto „JEDEN GEST“ eine Performance zum Besten und luden die Besucher auf eine Reise in die faszinierende Welt der Sprachwelt. Gesten als Kommunikation ohne Worte sind jeden ein Begriff. Ob Winken, Nicken oder andere Gesten im menschlichen Miteinander gehören auch bei nicht-Gehörlosen zum Alltag. Doch die Gebärdensprache beansprucht den Menschen in seiner Körperlichkeit, sowohl den „Sprechenden“ als auch den „Verstehenden“.

Unter der Regie von Wojtek Ziemliski begeisterte die Produktion des Nowy Teatr, Warschau das Publikum. Vor der Aufführung hatten die Besucher Gelegenheit einen Gebärdensprache Crashkurs zu belegen.

Urbäng! 2020

In diesem besonderen Theater-Jahr stand Anfang Oktober unter dem Motto Performance. Partnerschaft. Partizipation. Polarisierung. Party. eine Auseinandersetzung und Dialog in der Stadt am Programm. Mit Tanz und Theater, multi-medialen Performances, Konzerten, Debatten und Chat-Installationen sollte das Programm zum Nachdenken anregen. Für familiäre Beziehungen und soziale Bindungen ist es wichtig, miteinander zu kommunizieren. Das wollten die Veranstalter erneut künstlerisch unter Beweis stellen.

Das Stück von Regisseur Helge Schmidt setzte sich mit den Auswirkungen von Steuerbetrug auf das Sozialwesen auseinander. Bei der Produktion “Cum-Ex Papers” ging es um den gleichnamigen Wirtschaftsskandal.

Urbäng! 2020
Urbäng! 2020

Die chilenischen Zwillingsschwestern Paz und Pia Miranda setzten sich in ihrer Musikperformance unter dem Titel A.TONAL.THEATER: TWINS – ICH UND ICH mit der doppelten Anwesenheit und der eigenen Identität auseinander. A.TONAL gibt es seit dem Jahr 2002 und seit 2004 gehört es als Gründungsmitglied zum Kölner Ensemblenetzwerk FREIHANDELSZONE. Zeitgenössische Darstellende Kunst im Bereich Sprech- und Musiktheater mit dem Fokus auf Globalisierung, Migration und Digitalisierung, ist das Hauptgebiet der Gruppe.

Wer ist die FREIHANDELSZONE?

Die FREIHANDELSZONE ist ein Ensemblenetzwerk, das sich aus freien Kölner Tanz- und Theatergruppen zusammengeschlossen hat: so setzen sich seit Jahren A.TONAL.THEATER, Futur3, MOUVOIR/Stephanie Thiersch und theater-51grad.com gemeinsam mit dem Motto auseinander und zeigen wie wichtig es ist, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten oder wachzurütteln. Jedes Jahr lädt die FREIHANDELSZONE Künstler und Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern ein, bei ihrem gemeinsamen Projekt Urbäng! mitzumachen.

So wird den Künstlern Unterstützung in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Logistik und Produktion geboten, um eine professionelle Plattform für ihr kreatives Schaffen zu bieten. Natürlich kommen durch das gemeinsame Arbeiten und die Projekte Synergieeffekte zustande, die einzelne Ensembles allein nur schwer verwirklichen könnten. Man kümmert sich um Proberäume, aber auch um Büros oder Lagerhallen, damit alle unter einem Dach arbeiten können. Ob Tänzer, bildenden Künstler, Musikern oder Theaterkünstler, sie alle werden durch das Kunstprojekt immer wieder neu gefordert und inspiriert.