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Die Wiener Volksoper hat eine neue Direktorin

Die Wiener Volksoper hat eine neue Direktorin

In der Wiener Volksoper stand vor kurzem die Neubesetzung der Direktion an. Dabei kam es zu einer großen Überraschung. Anders als in der Stadt an der Donau gewohnt, gingen der Bestellung nicht monatelange öffentlich ausgetragene Streitereien von Künstlern und Politik voran. Ganz im Gegenteil. Die Besetzung wurde in Ruhe vorbereitet, das Ergebnis der überraschten Öffentlichkeit präsentiert. Die Niederländerin Lotte de Beer wird ab dem Jahr 2022 die Nachfolge von Direktor Robert Meyer antreten. Sie wurde zur künstlerischen Direktorin bestellt und soll in ihrer Direktion für niveauvolle Unterhaltung im Musiktheater sorgen.

Die Regisseurin aus den Niederlanden wird ihre Mission in der Saison 2022/23 beginnen. Bei ihrer Präsentation teilte sie mit, dass sie das Haus und dessen Programm behutsam erneuern möchte. Die österreichische Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer von den Grünen zeigte sich mit der Verpflichtung von de Beer sehr zufrieden und gab sich überzeugt, dass sie mit ihrer Arbeit die Herzen der kulturbegeisterten Wiener erobert werde. Die Regisseurin begeisterte in der Vergangenheit vor allem mit ihren fein nuancierten, aber kraftvollen Inszenierungen. Darüber hinaus habe de Beer bei den Bewerbungsgesprächen voll überzeugt, erläuterte die Kulturstaatssekretärin. Sie zeigte sich sicher, dass die neue Direktorin der Wiener Volksoper mit ihrer Überzeugungskraft und ihrer Ausstrahlung für Erfolge sorgen werde. Immerhin gab de Beer bereits bekannt, dass sie sich zukünftig verstärkt der Operette widmen wolle. Als nächsten Schritt wolle sie sich nach einem Musikchef für die Wiener Volksoper umsehen. Dieser fehlt bisher im Personalplan des Hauses. Er soll im Musikbereich Schwerpunkte setzen. Die designierte Direktorin wird jedoch weiterhin auch als Regisseurin zur Verfügung stehen und zumindest eine Produktion pro Saison auf die Beine stellen.

Die Kunst ist in schweren Zeiten gefordert

De Beer sieht die Kunst in den aktuellen Zeiten gefordert. Ihrer Meinung nach muss Kunst in guten Zeiten aufrütteln und durchschütteln. In dunklen Zeiten könne jedoch die Unterhaltung der Menschen der richtige Zugang sein. Die Kunst muss also mit der Zeit gehen und sich an ihr orientieren. Das möchte sie auch in Wien in dieser Form umsetzen. Sie will, dass die Menschen von der Poesie umarmt werden. Im Theater sollen die Gäste gleichzeitig berührt und unterhalten werden. Sie möchte keine bestehenden Traditionen zerstören, sondern künstlerisch bezaubern. Tolle Ideen reichen alleine nicht aus, wenn das Publikum diese nicht akzeptiere und dem Theater fernbleibe. Sie selbst sieht keinen Widerspruch zwischen Unterhaltung und der hohen Kunst.

Die Kunst ist in schweren Zeiten gefordert
Die Kunst ist in schweren Zeiten gefordert

Mit ihrer Arbeit an der Wiener Volksoper möchte sie diesen angeblichen Widerspruch demaskieren. Sie sieht ihr Haus als ein Haus für das Volk, das die ideale Bühne für Vielseitigkeit in der Kunst biete. Sie möchte Brücken zwischen der Tradition und der Innovation bauen und auf das Wiener Publikum zugehen. Die neue Direktorin zeigte sich bei ihrer Vorstellung sehr enthusiastisch. Probleme sehe sie als Herausforderung diese zu lösen. Sie werde sich auf die Suche nach neuen Publikumsschichten machen, denn offenbar hat die Wiener Volksoper bereits einen großen Teil der Jugend verloren. Es sei jetzt an der Zeit Verantwortung zu übernehmen.